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Beurteilung von DaZ-Kindern

Foren > Integration und Heilpädagogik > DaZ > Beurteilung von DaZ-Kindern
Autorin/Autor Beiträge
Verfasst am: 13. 03. 2018 [15:26]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 4
Regelmässige schreibe ich auf Ende Schuljahr oder auf Semesterende Zusatzberichte für seiteneinsteigende DaZ-Kinder, die im Fach Deutsch noch nicht beurteilt werden können und bei mir im DaZ-Unterricht die Zweitsprache Deutsch erwerben. Diesen Zusatzbericht lege ich dann dem Beurteilungsbericht jeweils bei.
In den Beurteilungsdokumenten des LP21 wird der DaZ-Unterricht, im Gegensatz zu HSK-Unterricht, aber nicht erwähnt und es gibt auch keine Möglichkeit, etwas Entsprechendes anzukreuzen.

Meine drei Fragen:
1. Braucht es überhaupt noch Berichte für seiteneinsteigende Kinder oder würden auch Elterngespräche reichen?
2. Falls Berichte nötig sind: Wie sehen solche Berichte aus? Welche Kompetenzbereiche werden beurteilt? Wo könnte ich ein entsprechendes Dokument herunterladen?
3. An wen wären dann die Berichte gerichtet? (Wären sie an die Eltern gerichtet, müssten sie sehr einfach und verständlich daher kommen...)

Da das Schreiben dieser Berichte seeeehr arbeitsintensiv ist, wäre ich froh um eine einheitliche, einfache Regelung.
 
Verfasst am: 16. 03. 2018 [09:53]
 
Beiträge: 26
Liebe dazfrau

Das Thema angepasste Lernziele und Nachteilsausgleich wird in den Allgemeinen Hinweisen und Bestimmungen zum Lehrplan 21 im Kapitel 7.5/S.34-35 behandelt. Grundsätzlich wird das Verfahren inkl. das Schreiben eines Berichtes, wenn man ein Kind von der standardisierten Beurteilung ausnimmt, gleich bleiben. Für den Antrag zur Abweichung wird die Erziehungsdirektion auch wieder eine strukturierte Vorlage zur Verfügung stellen, welche ab dem 1. August 2018 in der Applikation aufgeschaltet sein wird. Auf den Beurteilungsformularen zum LP21 findet sich auch schon die Bemerkung „Zusätzlicher Bericht liegt bei“ zum Ankreuzen.
Weiterhin gültig bleiben die Ausführungen zum Ausfüllen des Beurteilungsberichtes, wie sie im Leitfaden DaZ, der von der Erziehungsdirektion herausgegeben wird, stehen (3. Ausgabe, 2015, Seite 20):

Schülerinnen und Schüler, die aus einem anderen Sprachgebiet neu zuziehen, können die Klassenlernziele zumindest im Fach Deutsch in den meisten Fällen nicht erreichen, so dass im Unterricht Anpassungsmassnahmen notwendig werden. Führen diese dazu, dass die Lernziele erreicht werden, ist kein Vermerk im Beurteilungsbericht erforderlich.
Werden angepasste Rahmenbedingungen für Unterricht und Beurteilung durch die Schulleitung bewilligt, welche die Einträge im Beurteilungsbericht betreffen (z. B. Beurteilung im Fach Deutsch ohne Note), ist dies im Beurteilungsbericht zu vermerken und ein zusätzlicher Bericht beizulegen.
Unter „Bemerkungen“ erfolgt der Hinweis:
“Lernt Deutsch als Zweitsprache seit MMJJ, zusätzlicher Bericht liegt bei.“
Der zusätzliche Bericht enthält:
- Kurzangabe zur Ausgangssituation und zur Entwicklung der Schülerin oder des Schülers seit Beginn des Unterrichtsbesuchs im jeweiligen Fach/Teilgebiet,
- differenzierte Angaben zu Leistung und Entwicklung in den Fächern/Teilgebieten, in denen die Leistung der Schülerin oder des Schülers durch die noch unzureichenden Kenntnisse der Unterrichtssprache (teilweise) noch eingeschränkt sind.
Ein Verzicht auf Benotung der Leistungen einer Schülerin bzw. eines Schülers in einem Fach ist gestützt auf Art. 27 DVBS mit dem Einverständnis der Eltern möglich.


Allenfalls wird mit der neuen DVBS, welche im Frühling auf der Webseite der Erziehungsdirektion publiziert wird, die Nummerierung der Artikel ändern.
 
Verfasst am: 16. 03. 2018 [11:04]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 4
Liebe Coccinelle

Danke für deine ausführliche Antwort!
Die angepassten Lernziele und der Nachteilsausgleich sind mir bekannt und ich arbeite schon seit mehreren Jahren damit. Noch nicht klar für mich ist, ob es ein Formular für das Ausfüllen des Berichtes gibt, in welchem ersichtlich wird, nach welchen Kriterien, Kompetenzbereichen, Sprachstandniveaus etc. beurteilt wird. Gibt es das oder schreibt jede Lehrperson die Berichte weiterhin nach eigenem Gutdünken? Nach eigenen Recherchen gibt es da riesige Unterschiede: Vom Weglassen eines Berichts, über das Schreiben von ein paar allgemeingültigen Sätzen bis hin zur intellektuellen Abhandlung von Lernkompetenzen, habe ich schon alles angetroffen... Eine einheitliche Regelung, wie es der LP21 anstrebt, wäre meiner Meinung nach für alle Beteiligten von grossem Nutzen und würde Klarheit schaffen.

Dass bei den Beurteilungsformularen die Bemerkung "Zusätzlicher Bericht liegt bei", unter der Überschrift "Schullaufbahnentscheide der Schulleitung" zu finden ist, irritiert mich und ist für mich unlogisch. Und dass der DaZ-Unterricht im Beurteilungsbericht nicht erwähnt wird, zeigt mir, wie dessen Bedeutung gewichtet wird...

 
Verfasst am: 16. 03. 2018 [20:44]
 
Beiträge: 26
Liebe DaZ-Frau

Gemäss Auskunft der Erziehungsdirektion ist kein offizielles/verbindliches Formular für den Bericht vorgesehen; die genaue Form des Berichtes ist also nicht vorgeschrieben.

Dass ein Bericht geschrieben und beigelegt werden muss, geht jedoch aus dem von mir bereits zitierten Abschnitt aus dem DaZ-Leitfaden hervor:
Werden angepasste Rahmenbedingungen für Unterricht und Beurteilung durch die Schulleitung bewilligt, welche die Einträge im Beurteilungsbericht betreffen (z. B. Beurteilung im Fach Deutsch ohne Note), ist dies im Beurteilungsbericht zu vermerken und ein zusätzlicher Bericht beizulegen.

Was den Inhalt des Berichtes betrifft, hebe ich nochmals einen Ausschnitt aus dem DaZ-Leitfaden hervor:
Der zusätzliche Bericht enthält:
- Kurzangabe zur Ausgangssituation und zur Entwicklung der Schülerin oder des Schülers seit Beginn des Unterrichtsbesuchs im jeweiligen Fach/Teilgebiet,
- differenzierte Angaben zu Leistung und Entwicklung in den Fächern/Teilgebieten, in denen die Leistung der Schülerin oder des Schülers durch die noch unzureichenden Kenntnisse der Unterrichtssprache (teilweise) noch eingeschränkt sind.


Was die Ausführlichkeit betrifft, legt die Formulierung „Kurzangabe“ nahe, dass der erste Teil knapp gehalten kann, für den zweiten Teil werden hingegen„differenzierte Angaben“ erwartet, d.h. 1-2 allgemeine Sätze genügen hier den Vorgaben nicht.


 
Verfasst am: 16. 03. 2018 [23:03]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 4
Danke für deine Nachforschungen, liebe Coccinelle!

Im Gegensatz zum Regelklassenunterricht, wo mit der Einführung des LP21 die Berichte reduziert und teilweise durch Gespräche ersetzt werden, bleibt beim DaZ in dem Fall alles beim alten; auch inhaltlich. Schade, dass mit dem LP21 beim Beurteilungsbericht keine einheitliche Form gefunden wurde.
 
Verfasst am: 20. 03. 2018 [10:16]
 
Beiträge: 26
Liebe DaZ-Frau

Dein Wunsch ist, entgegen dem, was ich verstanden hatte, anscheinend doch erhört worden: Ich habe heute von der für DaZ verantwortlichen Mitarbeiterin bei der Erziehungsdirektion, die letzte Woche krankheitshalber abwesend war, die Auskunft erhalten, dass es für den Zusatzbericht selber tatsächlich neu ein strukturiertes Formular geben wird, das man ausfüllen und beilegen muss. Wenn dann die Applikation ab 1. August zur Verfügung steht, kann dieser Bericht resp. dessen Vorlage auf dem Beurteilungsformular angeklickt und ausgefüllt werden.
Ich habe angeregt, dass dieses Formular wenn möglich analog zu den bereits vorhandenen Beurteilungsvorlagen ebenfalls aufgeschaltet und somit für alle Betroffenen einsehbar wird. Im Moment wird es jedoch noch gelayoutet, weshalb es nicht freigegeben wurde. Da mir dieses Formular aus diesem Grund auch noch nicht vorliegt, kann ich dazu nur weitergeben, dass dieser zusätzliche Bericht je nach unterrichtetem Fach- bzw. Themenbereich von jeder Lehrperson ergänzt wird, und dass darin Angaben zu den Lernzielen, zum Lernprozess etc. gemacht werden.
Sobald ich weiss, wann wir mit dem Aufschalten rechnen können, füge ich nochmals eine Meldung hier an.
 
Verfasst am: 20. 03. 2018 [17:27]
 
Themenersteller/-in
Beiträge: 4
Liebe Coccinelle

HERZLICHEN DANK für das Nachhaken! Genau das habe ich gemeint!!! Und wichtig finde ich auch, dass andere Lehrpersonen, eben je nach unterrichtendem Fach, ihre Ergänzungen festhalten können. Diese Berichte mit differenzierten Angaben zu Leistung und Entwicklung wären ja laut DVBS bei DaZ-Kindern mit Nachteilsausgleich schon seit 2013 Vorschrift gewesen, wurden aber bis jetzt oft nicht gemacht, weil ein entsprechendes Formular fehlte. Für unsere Schulgemeinde habe ich selber eines kreiert, bin aber sehr froh, wenn es im neuen Schuljahr nun ein Offizielles gibt. Dies gibt dem DaZ-Unterricht und den DaZ-Kindern eine grössere Wichtigkeit, weil das Schreiben eines Berichts durch das Formular nun verbindlicher wirkt.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe auf baldige Nachricht :-)